„Wortklauberei“ im Bundestag

„Wasch mich, aber mach mich nicht nass“, so wirkt momentan die Einstellung der Bundesregierung zum Völkermord an den Armeniern vor 100 Jahren. Am 24.4.1915 begann die Vertreibung und Ermordung der Armenier im Osmanischen Reich, bis zu anderthalb Millionen Menschen sollen den Massakern zum Opfer gefallen sein. Im Bundestag soll es daher in der kommenden Woche eine Gedenkfeier geben – allerdings soll auf Wunsch der Bundesregierung der Begriff „Völkermord“ dabei nicht fallen.

Nicht nur in der Opposition, auch in der Koalition sorgt diese Entscheidung laut tagesschau.de für erhebliche Empörung. „Was seit langem Erkenntnis und Wissensstand ist, muss auch so benannt werden“, wird Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, zitiert. Er wirft der Bundesregierung vor, zu viel Rücksicht auf die Türkei zu nehmen, aus deren Sicht es keinen Völkermord an Armeniern gab.

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