Über 170 Anlagen präsentieren sich am „Tag der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe“

Münster/Westfalen (lwl). Unter dem Motto „Hereinspaziert“ lädt der fünfte „Tag der Gärten und Parks“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am 11. und 12. Juni zu einer Reise durch die Epochen und Kulturen ein. Über 170 Anlagen der Region präsentieren sich – streng symmetrisch angelegte Barockgärten ebenso wie weitläufige Parks, Mehrgenerationen-, Landschafts- und klösterliche Kräutergärten oder private Paradiese.

Ein Paradebeispiel für die westfälische Gartenkultur ist der Botanische Garten der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 1803 als Teil des Fürstbischöflichen Schlossgartens angelegt, steht er für die lange Gartentradition der Region. Besucher wandern durch Heide- und Moorlandschaften, entdecken exotische Pflanzenwelten fremder Länder ebenso wie üppige Bauerngärten und das historische Alpinum, einen Steingarten mit Alpenflora.
Neben seinem Zweck als Naherholungsziel der Münsteraner und seiner touristischen Bedeutung für die Universitätsstadt, hält der Botanische Garten für die Studierenden der Medizinischen Fakultät Anschauungsmaterial der Pflanzenheilkunde bereit. Der Botanische Garten Münster hat sich schon mehrfach am „Tag der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe“ beteiligt. „Die Veranstaltung macht unsere Anlage weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt“, sagt der Technische Geschäftsführer Herbert Voigt. „Neben vielen anderen Veranstaltungen im Laufe des Jahres bieten wir zu diesem Anlass eine kostenlose Führung über „Spannendes und Wissenswertes aus dem Pflanzenreich im Frühsommer an.“

Fest in der Region verankert
61273„Gärten und Parks sind die Stärke Westfalens und strahlen über die Region hinaus. Dies will der LWL am Tag der Gärten und Parks sichtbar machen und den Menschen schöne Stunden in ansprechend gestalteten und gehegten Gartenanlagen schenken“, so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale. Zum Beispiel mit einem Picknick im Gräflichen Park Bad Driburg (Kreis Höxter), geschaffen nach dem Vorbild eines englischen Landschaftsgartens. Hecken, Rasenflächen und seltene Solitärbäume sowie das neoklassizistische Badehaus prägen hier die Szenerie. „Auch der Schlosspark Nordkirchen (Kreis Coesfeld) mit seiner Venusinsel, hunderten von Skulpturen und der Baumallee ist ein Juwel, der in Führungen erläutert wird. Ebenso sehenswert sind aber auch viele Stadtgärten oder Kurparks, die in der Region fest verankert sind“, empfiehlt Rüschoff-Thale.

Netzwerke sind wichtig
Sorgsam hegt und pflegt der LWL in Kooperation mit regionalen und lokalen Garteninitiativen das grüne Erbe. „Die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen erforscht die Gartenanlagen bereits seit rund 15 Jahren und arbeitet alle Erkenntnisse wissenschaftlich auf“, erläutert Projektleiter Udo Woltering. „Zudem sind wir der regionale Koordinator des Europäischen Gartennetzwerkes, dem auch einige westfälische Parkanlagen angeschlossen sind.“ Wie wichtig Vernetzung auf verschiedenen Ebenen und das Engagement regionaler Vereine und Initiativen für die Gartenkultur in Westfalen-Lippe ist, unterstreicht Landrat a. D. Thomas Kubendorff. Als Vorsitzender des Vereins „Das Münsterland – die Gärten und Parks“ hält er es für „ausgesprochen sinnvoll, beim Tag der Gärten und Parks mitzumachen“.

Der „Tag der Gärten und Parks“ gestaltet sich erlebnisreich. Viele öffentliche Gärten veranstalten kleine Events oder bieten Führungen an, darunter der Emsauenpark in Telgte (Kreis Warendorf) mit einen „Leezenkonzert“. Den großzügigen Kurpark Bad Waldliesborn bei Lippstadt (Kreis Soest) mit seinen exotischen Bäumen, Kunstobjekten und Spielplätzen erkunden die Besucher im Rahmen von poetischen Baumführungen. Und in Vlotho (Kreis Herford) eröffnet am Sonntag die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zusammen mit Bürgermeister Rocco Wilken den frisch restaurierten Garten von Haus Malz. Zum ersten Mal sind am Tag der Gärten und Parks zudem fünf Fachführungen zur Gartendenkmalpflege in historischen Gärten im Angebot.

Romantische Idylle im Privatgarten

Gartenhaus mit Veranda am Teich

Gartenhaus mit Veranda am Teich

Was Gartenliebhaber in sorgsamer Kleinarbeit zu ihrem eigenen Vergnügen gestalten, entdecken Besucher exklusiv an diesem Wochenende in einigen Privatgärten, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind. So wie „Susan Island“ in Bocholt (Kreis Borken): Dort ist aus einem „Handtuchgrundstück“ mit alten Obstbäumen ein blütenreicher Garten entstanden, mit Staudeninseln, einem von Rosen und Clematis umrankten Pavillon und mit dem Küchengarten mit viktorianischem Gewächshaus. Der gesamte Garten mit dem blau-weiße Gartenhäuschen am Teich strahlt Romantik aus.

Fotowettbewerb
Bei all den Fotomotiven in insgesamt 55 öffentlichen Anlagen lohnt es sich, am Tag der Gärten und Parks die Kamera einzupacken. Der LWL hat einen Fotowettbewerb ausgelobt. Hauptpreis ist ein Wochenende im Schlosshotel Anholt mit seinem Landschaftspark. „Jeder, der zum Wettbewerb beiträgt, dokumentiert ein Stück Gartenkultur in Westfalen-Lippe – und hat schöne Erinnerungen fürs eigene Album“, so Woltering.

Das vollständige Programm und weitere Informationen unter http://www.gaerten-in-westfalen.de. Die Website ist sowohl wissenschaftlich als auch touristisch ausgerichtet. Die Broschüre zum Tag der Gärten und Parks kann von der Website herunter geladen werden und liegt in vielen Tourismusbüros aus.

Hintergrund
Neben vielen Privatgärten gibt es in Westfalen-Lippe über 300 kulturell herausragende Gärten und Parks, die ganzjährig für Besucher geöffnet sind. Gartenkultur ist ein wesentlicher Teil der Identität der Region. Ganz gleich ob Land oder Stadt, ob naturbelassen oder kunstvoll gestaltet, der LWL will sie in den Fokus rücken, das Bewusstsein für diese Besonderheit schärfen und den Tourismus stärken. Die Website http://www.gaerten-in-westfalen.de bietet daher zu 130 ausgewählten Gärten und Parks ganzjährig umfassende Informationen. Zusätzlich präsentieren sich seit 2012 am „Tag der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe“ zahlreiche Privatgärten und öffentliche Gärten und Parks. „Gärten und Parks in Westfalen-Lippe“ ist eine Initiative des LWL und des Projektes „Kultur in Westfalen“, das von der LWL-Kulturstiftung und der Westfalen-Initiative getragen und vom NRW-Kulturministerium gefördert wird.

Quelle und Fotos: LWL

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