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Buhrufe und Pfiffe: Erstmals ist die AfD beim Katholikentag

Immer wieder Pfiffe und Buhrufe: Beim Katholikentagspodium „“Nun sag,‘ wie hältst du es mit der Religion““ ging es am Samstag hoch her. Schon im Vorfeld war heftig darüber diskutiert worden, ob ein AfD-Bundestagsabgeordneter zum Katholikentag eingeladen werden soll. Die Veranstalter entschieden sich dafür, so dass auf dem Podium die Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien saßen, darunter auch der religionspolitische Sprecher der AfD, Volker Münz.

Rund 1.000 Menschen demonstrierten am Nachmittag gegen die Teilnahme der AfD am Katholikentag. Unter dem Motto „Keine Bühne für die AfD“ zogen sie friedlich durch die Innenstadt. Noch bevor die Diskussion losging, entrollte eine Antifa-Gruppe in der Halle Münsterland ein Plakat und protestierte gegen den Auftritt des Abgeordneten, so dass das Gespräch erst einige Minuten später in Gang kam.

Münz verteidigte dort seine Auffassung, dass die Kultur und Rechtsordnung in Deutschland „zum großen Teil auf dem Christentum“ basierten. Das christliche Menschenbild sei sehr wohl in der Grundordnung seiner Partei vertreten. Er könne allerdings nicht „den Kopf für alle Menschen in seiner Partei hinhalten“.

Münz übte scharfe Kritik am Islam, dessen Vertreter die allgemeine Erklärung der Menschenrechte nicht akzeptierten. Zugleich wandte er sich dagegen, dass sich die Kirche in Politik einmische. Das sei nicht ihre Aufgabe. Alle anderen Parteien-Vertreter wehrten sich gegen Verallgemeinerungen beim Islam. Natürlich müsse gegen eine radikalisierte Form vorgegangen werden. Die große Mehrheit der Muslime lebe aber friedlich in Deutschland, so etwa der Unionsabgeordnete Christian Hirte.

Die religionspolitische Sprecherin der Linken, Christine Buchholz, nahm zur Religionspolitik in ihren eigenen Reihen Stellung: Sie betonte, ihre Partei sei „nicht religiös, aber auch nicht anti-religiös“. Ähnlich wie die Grünen wolle sie einen religionspolitischen Prozess starten, an dessen Ende ein gemeinsam verabschiedetes Papier stehen solle.

Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, Kerstin Griese (SPD) betonte, sie erwarte von den Kirchen, dass sie sich in Politik einmischten. Kirche werde ihrer Aufgabe nicht gerecht, wenn sie sich nicht für die Schwachen und Armen einsetze. Hirte meinte, es könne „uns zwar nicht alles gefallen, was die Kirchen sagten“. Trotzdem müssten die Kirchen gesinnungsethisch Stachel im Fleisch sein. „Dass uns das nicht immer gefällt, ist doch ganz klar“, so Hirte.

Quelle: Katholikentag
Fotos: Andreas Krüskemper