Sexual-Straftat aufgeklärt

Aufgefundene Bierdose bringt die Polizei auf die Spur des Sexualtäters/ wertvolle Zeugenhinweise unterstützen die Ermittler

Coesfeld (ots) – Äußerst hilfreich waren die Hinweise des 11-jährigen Opfers und seiner Spielkameraden aus Senden für die Coesfelder Kriminalpolizei. Trotz des schweren Übergriffs konnte der Junge noch am Tattag den entscheidenden Hinweis liefern, der die Ermittlungsarbeit in die richtige Richtung lenkte. So teilte er den Polizeibeamten schon im Rahmen seiner ersten Anhörung am Mittwoch Abend mit, dass der Täter offensichtlich Bier aus einer mitgeführten Bierdose getrunken hatte. Außerdem konnte er eine sehr gute und detaillierte Personenbeschreibung abgegeben, insbesondere an Kleidungsdetails seines Peinigers konnte sich der 11-jährige sehr genau erinnern. Im Rahmen der Tatortarbeit und der umfangreichen Spurensuche noch in der Tatnacht konnte abgesetzt vom späteren Tatort eine Bierdose aufgefunden werden, die die Ermittler mit dem Tatgeschehen in Verbindung brachten. Am Donnerstagmorgen wurden daher alle Verkaufsstellen in Senden wie Supermärkte oder Tankstellen durch Polizeibeamte aufgesucht. Ziel der Polizei war es, die Herkunft der Bierdose zu rekonstruieren und dadurch Hinweise auf einen Käufer zu bekommen. Diese kriminalistische Feinarbeit hatte dann auch Erfolg. Diese Bierdosen werden in Senden von zwei Geschäften verkauft. In einem Geschäft gab es zudem eine Videoaufzeichnung vom Kassenbereich. Die Auswertung des vorhandenen Videomaterials zeigte dann tatsächlich einen Einkaufsvorgang von Mittwoch Nachmittag, 19.11.2014 gegen 14.15 Uhr, also noch vor der Tat. Aus dem Videomaterial konnte ein Fahndungsfoto erstellt werden. Die Spielkameraden des späteren Opfer hatten zudem aus sicherer Entfernung ein Handyfoto gemacht, auf dem der Täter abgebildet, aber nicht im Detail zu erkennen war. Der Käufer der Bierdosen vom Nachmittag trug aber optisch gleiche Kleidung wie der Täter, der auf dem Handyfoto der Spielkameraden zu erkennen war. Die Bierdose wurde sofort dem LKA zur Untersuchung auf DNA-Spuren zugeleitet. Sehr schnell kam hier die Erfolgsmeldung. Der Täter war 2007 durch die Polizei Coesfeld erkennungsdienstlich nach einem versuchten Einbruch behandelt worden, seine gespeicherten Spuren stimmten mit den gesicherten Dosenspuren überein. Die Beweislage gegen den Mann war jetzt so konkret, dass er schon am Freitag Abend festgenommen werden konnte.

„Eine vergleichbare Tat hat es im Kreis Coesfeld in den letzten 30 Jahren nicht gegeben“, betont Kriminaloberrat Bernd Loeffler, Direktionsleiter Kriminalität. „Aufgrund eines solchen Einzelfalls sind die Sorgen und Ängste der Eltern sehr verständlich und der Wunsch nach Informationen zu Schutzmöglichkeiten nachvollziehbar“. Kinder sollten daher für die Risiken und mögliche gefährliche Situation so gestärkt werden, dass sie mit ihnen umgehen können. Es geht nicht um ein einmaliges Warnen oder um einmalige Aufklärung, sondern um einen Prozess, der im Grunde von Geburt an stattfindet. Kindern sollte vermittelt werden, dass sie ihren Eltern vertrauen können und Ängste und Erlebnisse erzählen können. Sie dürfen auch Erwachsenen gegenüber „Nein“ sagen, sie sind nicht verpflichtet, Auskünfte zu erteilen. Selbstständigkeit fördern durch Regeln ist eine Botschaft, die konsequent von Eltern und Kindern im Alltag gelebt werden sollte:

Eltern sollen wissen, wo ihr Kind ist, Kinder sollen wissen wo die Eltern sind bzw. wie sie zu erreichen sind. Zeiten sollten abgesprochen werden, beispielsweise wann das Kind nach Hause kommt, bei plötzlichen Änderungen sollen sich die Eltern anrufen lassen. Kindern sollte auch vermittelt werden, nicht an ein Fahrzeug heranzutreten.

Weitere Hinweise gibt es unter www.polizei-beratung.de

Quelle und Fotos: Kreispolizei Coesfeld

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