Jesiden starten Petition für unbürokratische Aufnahme jesidischer Flüchtlinge

„Mein Name ist Hozan, ich bin 11 Jahre alt und ich bin Jesidin (oder Ezidin, wie wir uns selbst nennen). Meine Großeltern, mein Onkel und meine Tante sind im Nord­irak auf der Flucht vor den Extremisten des Islamischen Staates (IS).

Ich will nicht mehr auf Facebook schauen, weil ich das Schreckliche, was ich dort sehen muss, nicht länger ertragen kann. Wir haben seit Tagen keinen Kontakt mehr zu meinen Großeltern. Wir wissen nur, dass sie fliehen mussten, ohne irgendetwas mitnehmen zu können – ohne Wasser, ohne Nahrung. 3.000 Kinder sollen schon verhungert und verdurstet sein. Wir Jesiden in München weinen genauso wie die Menschen im Nordirak.

Ein Über­leben ist für uns im Nord­irak nicht mehr möglich.

Deshalb appelliere ich an Sie, Außenminister Steinmeier: Bitte veranlassen Sie, dass Deutschland in einem unbürokratischen Schnellverfahren jesidische Flüchtlinge aus dem Irak aufnimmt.“

So beginnt die Petition, mit der Hozan und ihr Vater Bahjat Seliem, Vorstand der Ezidischen Akademie Bayern, die Bundesregierung dazu bewegen möchten, eine schnelle und unbürokratische Aufnahme jesidischer Flüchtlinge zu ermöglichen.

Nicht erst nach der Eroberung des Militärflughafens ist das Leben Andersgläubiger im Nordirak und Syrien, wo der IS seinen größten Einflußbereich hat, in Gefahr: Am 10. Juni töteten IS-Milizen nach Angaben der UN 670 Häftlinge des Gefängnisses von Mossul, weil sie keine Sunniten waren. Die Enthauptung des US-Journalisten James Foley als Vergeltung für US-Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak deutet nicht auf eine schnelle Lösung hin.

LINK ZUR PETITION

 

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