Jeder Vierte in NRW leidet durch Beginn der Sommerzeit

Chronobiologe Dr. Kantermann bestätigt Ergebnisse der DAK-Umfrage

In Nordrhein-Westfalen hatten 28 Prozent der Menschen schon einmal Probleme durch die Umstellung auf Sommerzeit. Das ist das Ergebnis einer aktuellen und repräsentativen Umfrage der DAK-Gesundheit*. Dabei reichten die Schwierigkeiten von Müdigkeit, Einschlafproblemen, Konzentrationsstörungen und Gereiztheit bis hin zu depressiven Verstimmungen und morgendlichem Zuspätkommen zur Arbeit. Die Sommerzeit beginnt am 29. März. Um 2 Uhr werden die Uhren eine Stunde vorgestellt – die Nacht ist eine Stunde kürzer.

Dr. Thomas Kantermann,  Chronobiologe der Universität Groningen, sieht seine Forschungsergebnisse durch die DAK-Umfrage bestätigt. „Unsere innere Uhr steuert den Tagesablauf allumfassend, also den gesamten Körper bis in die kleinste Zelle und auch unser Verhalten. Dabei tickt die innere Uhr unterschiedlich bei verschiedenen Menschen. Es gibt verschiedene Chronotypen – die einen sind eher die frühen, andere die späten Typen“, erklärt Kantermann. Wenn die Tage länger würden, passe sich der Mensch im März an. Das sei nach der Umstellung der Uhr im April dann nochmals nötig. „Gerade die späten Typen haben dann Probleme. Sommerzeit ist nichts anderes als die Entscheidung, eine Stunde früher zur Arbeit zu gehen. Das betrifft rund ein Viertel der Weltbevölkerung und macht vielen Menschen zu schaffen“, so der Experte weiter.
Unterschiedliche Beschwerden

Wie die DAK-Umfrage zeigt, hatten Frauen deutlich öfter Probleme mit der Zeitumstellung als Männer (32 zu 23 Prozent). Im Hinblick auf das Lebensalter litten insgesamt am häufigsten die 45- bis 59-Jährigen darunter (36 Prozent). Drei Viertel der Betroffenen klagten über Müdigkeit, 62 Prozent hatten Einschlafprobleme, 36 Prozent konnten sich schlechter konzentrieren und jeder Fünfte kam zu spät zur Arbeit. Zwölf Prozent nannten die Zeitumstellung gar als Auslöser für depressive Verstimmungen. „Wen der Beginn der Sommerzeit belastet, der sollte zumindest den Sonntag vorausschauend planen und es ruhig angehen lassen. Sicherlich wird es einige Tage dauern, bis der biologische Rhythmus wieder im Takt ist“, sagt Rainer Lange, Sprecher der DAK-Gesundheit in Nordrhein-Westfalen.
Sommerzeit

In Deutschland wurde die Sommerzeit im Jahr 1980 eingeführt, um das Tageslicht besser zu nutzen und so Energie zu sparen. Die Sommerzeit dauert jeweils vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober. Ab dann gilt wieder die eigentliche Normalzeit, die umgangssprachlich auch Winterzeit genannt wird.
Zur Person: Dr. Thomas Kantermann

Der Chronobiologe ist derzeit tätig Post-Doktorand an der Uni Groningen, finanziert durch das Netzwerk „Ontime“. Seine Forschungsergebnisse stammen unter anderem aus der Zusammenarbeit mit der Gruppe von Prof. Till Roenneberg vom Zentrum für Chronobiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

*repräsentative, bundesweite Forsa-Befragung mit 1.001 Befragten, darunter 217 aus NRW, Zeitraum: 11. bis 13. Februar 2015

 

Quelle: DAK Gesundheit
Foto: DAK Gesundheit/iStocks

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