„Haus Kummerveldt“: Tragik, Spannung, Filmkunst

Erste Münsterländer Webserie geht auf Filmtour durch die Region

Das Münsterland hat seine erste Webserie: Luise von Kummerveldt will weltberühmt werden, am liebsten als Schriftstellerin. Doch das Deutsche Kaiserreich und seine patriarchale Gesellschaft sind enger geschnürt als das Korsett der Protagonistin. „Haus Kummerveldt“ heißt die historische Serie und geht ab dem 31. Juli exklusiv vor Veröffentlichung im Web auf große Filmtour durch das Münsterland. Gepaart mit Picknicks, Musik und besonderer Location versprechen die Vorführungen einen einmaligen Münsterlandmoment. Die Tour wird vom Münsterland e.V. in Zusammenarbeit mit den Spielorten organisiert.

Die Grundzutaten der Serie sind schnell genannt: Melancholie, Morbidität und schwarzer Humor. Und: einige der schönsten Schlösser und Burgen im Münsterland. Angelehnt ist die Geschichte von Luise von Kummerveldt auch an das Leben der berühmten Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Darüber hinaus ist „Haus Kummerveldt“ die erste fiktionale Historienwebserie Deutschlands. Das Zusammenspiel von Plot, Kulisse und charismatischen Darstellern hat dem Film-Team um den Münsterländer Regisseur Mark Lorei bereits zu Vorführungen, Nominierungen und Preisen bei diversen Filmfestivals verholfen, wie etwa dem Filmfestival Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken, der „Seriale“ in Gießen oder internationalen Festivals in Süd-Korea oder den USA.

„Ein herausragendes Merkmal der Kulturregion Münsterland sind ihre zahlreichen und wunderschönen Burgen und Schlösser. Es hat mich schon immer gereizt, vor diesem Hintergrund eine längere Geschichte zu erzählen – aber eine, die man in diesem Kontext so nicht erwarten würde“, sagt Regisseur Mark Lorei. Möglich gemacht hat die Serie in ihren Anfängen das Förderprogramm Regionale Kulturpolitik des Landes NRW (RKP). „Toll an dem RKP-Förderprogramm ist, dass hier auch ungewöhnliche Formate und Projekte eine Chance haben. Ohne die RKP und ohne die Hilfe des Kulturbüros Münsterland hätte es Haus Kummerveldt letztlich nicht gegeben.“

Gedreht wurde an 27 Tagen in und an den Schlössern Haus Welbergen in Ochtrup, Haus Runde in Billerbeck, Haus Rüschhaus in Münster, Burg Vischering in Lüdinghausen und Burg Hülshoff in Havixbeck. Einige Szenen wurden darüber hinaus im TextilWerk Bocholt gedreht. Entstanden sind acht Folgen zu je zehn Minuten, die als gesamte Pilotstaffel exklusiv bei der Filmtour gezeigt werden. Das Filmteam ist derzeit noch in Verhandlungen darüber, wo und wann die Webserie später online zu sehen sein wird.

„Wir wollten die Geschichte nicht nur linear, sondern auf mehreren Ebenen erzählen“, sagt Lotte Ruf, Produktionsleiterin von Haus Kummerveldt. „Deswegen haben wir das Format der Webserie gewählt, das durch eine Inszenierung auf Social-Media-Kanälen und durch Video-Blogs mit historischen Zusatz-Infos ergänzt wird. Gerade bei diesem Stoff können so Konflikte der Figuren verständlicher erzählt werden, ohne von der eigentlichen Geschichte abzulenken.“

Hauptdarsteller sind auch die Schlösser und Burgen im Münsterland. „Die Schlösser- und Burgenregion in solch einem Format sichtbar zu machen, ist für uns eine ungewöhnliche Chance, auch eine neue, jüngere Generation mit unseren alten Schätzen zu begeistern“, sagt Christine Kolm, Projektmanagerin beim Förderprojekt „Schlösser- und Burgenregion Münsterland“ beim Münsterland e.V., einem der Hauptförderer der Serie.

Die Premiere fand am 31. Juli auf Burg Vischering statt. Bis in den Oktober hinein geht die Filmtour und macht Station an fast allen wichtigen Drehorten sowie im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Wer also Kinoluft und Filmbusiness schnuppern möchte, findet Informationen zu den kostenlosen Karten ab sofort auf www.muensterland.com/hauskummerveldt.

Gefördert wird „Haus Kummerveldt“ vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, dem Münsterland e.V. im Rahmen des EU-Förderprojekts „Schlösser- und Burgenregion Münsterland“, der LWL-Kulturstiftung, Sparkassenstiftung für den Kreis Coesfeld, Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung sowie vom Kreis Borken und der Stadt Bocholt.

Darüber hinaus unterstützen auch das Center for Literature, der Filmservice Münster.Land, die Filmwerkstatt Münster, die FH Dortmund, GUCC grafik und film, Kultur Kreis Coesfeld, litfilms – Literatur Film Festival Münster und das LWL-Medienzentrum für Westfalen.

Trailer und weitere Informationen: www.muensterland.com/hauskummerveldt
Fotos: Andreas Krüskemper

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