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Flottenzuwachs bei den „Rettern in Orange“

Bund übernimmt zwei neue Zivilschutz-Hubschrauber

Tagtäglich sind die „Retter in Orange“ bundesweit mit dem Funknamen „Christoph“ für Notfalleinsätze in der Luft. Ihr Zweck ist dabei eigentlich ein anderer: Die Zivilschutz-Hubschrauber sind Teil des Ausstattungspotenzials, das der Bund den Ländern für Katastrophen- und Zivilschutzfälle zur Verfügung stellt. Die bisherige Flotte mit 16 Zivilschutz-Hubschraubern (ZSH) wurde nun um zwei neue Maschinen verstärkt. Am 27. Juli übernahm der Vizepräsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Dr. Thomas Herzog gemeinsam mit dem Leiter der Bundespolizei-Fliegergruppe Thomas Helbig die beiden ZSH bei Airbus Helicopters im bayerischen Donauwörth.

Spezielle Aufgaben der Zivilschutz-Hubschrauber

Die Aufgabe der orangefarbenen Zivilschutz-Hubschrauber ist in erster Linie als Führungs- und Unterstützungsinstrument im Zivilschutzfall, also im Spannungs- und Verteidigungsfall bereitzustehen. Mit Hilfe der ZSH können Schwerverletzte oder Erkrankte nach erster Behandlung vor Ort abtransportiert, Schadensstellen erkundet und überwacht, Bevölkerungs-bewegungen beobachtet und gelenkt, radioaktive Strahlung aus der Luft gemessen sowie Spezialisten und Material herbeigeschafft werden. In der Zeit, in der sie dafür nicht gebraucht werden, dürfen sie in der Luftrettung eingesetzt werden.

„Unverzichtbarer Bestandteil des Rettungswesens“

Das BBK beschafft und verwaltet die Zivilschutz-Hubschrauber für den Bund, die außerhalb ihrer Aufgaben im Katastrophen- und Zivilschutz für den Rettungsdienst eingesetzt werden. „Die Luftrettung ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Rettungswesens. Wir freuen uns, dass es mit den neuen Maschinen nun verstärkt wurde. Dafür bedanken wir uns bei der Bundespolizei, dem Beschaffungsamt und Airbus Helicopters für die gute Zusammenarbeit. Der Bund engagiert sich seit nunmehr 47 Jahren in der Luftrettung und wird dies auch in der Zukunft tun“, sagte Dr. Thomas Herzog bei der feierlichen Übergabe.

Besondere Leistung für besondere Einsätze

Die neuen Einsatzmaschinen vom Muster H135 sollen an den Luftrettungszentren Traunstein und Kempten stationiert werden und die bisherigen Maschinen des Typs EC135 T2i ersetzen. Die Neuzugänge sind hochmodern und besonders leistungsstark. Mit einer verbesserten Triebwerksleistung und Flugsicherheit ist der Hubschrauber besonders für Einsätze in Höhen- und Bergregionen geeignet. Zusätzlich sind die Maschinen mit einer Rettungswinde ausgestattet, mit der in Not geratene Menschen aus schwer zugänglichem Gelände geborgen werden können. Eine Besonderheit: Trotz der höheren Leistung zeichnen sich die zukünftigen „Christophs“ durch einen geringeren Lärmpegel aus.

Intensive Vorbereitung

Bevor die neuen „Retter in Orange“ in den Einsatz gehen, werden die Crew-Mitglieder der ZSH gründlich auf die neuen Maschinen vorbereitet. Vor allem der Einsatz mit der Rettungs-winde muss intensiv trainiert werden. Die Helikopter des Zivilschutzes werden von der Bundespolizei geflogen. Notärztliches und rettungsdienstliches Personal gehört neben der Pilotin oder dem Piloten zur ständigen Besatzung. Technische Fachkräfte der Bundespolizei kontrollieren und warten die Hubschrauber. Der Leitende Polizeidirektor und Leiter der Bundespolizei-Fliegergruppe Thomas Helbig betonte bei der offiziellen Übergabe: „Mit den neuen Maschinen erhalten die Stationen Traunstein und Kempten zukünftig leistungsstarke Hubschrauber zur Bewältigung ihrer Aufgaben. Die Bundespolizei dankt dem BBK für die Verstärkung der Flotte und die gute Zusammenarbeit.“

Einen der beiden „Retter in Orange“ übergibt das BBK im Herbst an das Land Bayern, das den Hubschrauber dann dem Luftrettungszentrum in Traunstein zur Verfügung stellt. Die zweite Maschine für das Luftrettungszentrum in Kempten wird im kommenden Jahr übergeben.

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