BBK: Extremwetterereignisse werden zunehmen

„Alle müssen sich vor einer Zunahme von Extremwetterereignissen schützen. Die letzten Wochen bestätigen leider überdeutlich unsere bereits früher geäußerte Annahme, dass es auch in Zukunft zu solchen Extremereignissen kommen wird. Jetzt haben wir noch Zeit, aus den Erfahrungen, gerade auch aus den letzten Wochen, zu lernen, um das Bevölkerungsschutzsystem in Deutschland weiter zu verbessern“, betonte Christoph Unger, Präsident des  Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), heute bei der Veröffentlichung des Relaunches der Notfall-Informations- und Nachrichten-App (NINA) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

b_Kartenansicht_aktiveWarnung_freiMit NINA können die Bürgerinnen und Bürger Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes mit Handlungsempfehlungen, deutschlandweite Wetterwarnungen des DWD für alle Landkreise und Städte sowie Hochwasserinformationen und allgemeine Notfalltipps erhalten, damit sie sich und andere vor möglichen Gefahren schützen können. Die wesentliche Neuerung ist, dass die Nutzerinnen und Nutzer, die Orte an denen sie gewarnt werden wollen, jetzt individuell auswählen können. Hierdurch können sie zum Beispiel Warnungen für den Heimatort, den Aufenthaltsort der Kinder, oder auch einen Urlaubsort innerhalb Deutschlands abonnieren. Optional zu den abonnierten Orten können sie  auch Warnungen für ihren aktuellen Aufenthaltsort erhalten, um unterwegs informiert zu bleiben. Auch Unwetterwarnungen des DWD werden nun als Push-Benachrichtigung zugestellt. Bereits nach einem Jahr wird NINA von über 180.000 Nutzern eingesetzt.

„Eine Bevölkerung, die weiß, wie sie sich auf einen möglichen Notfall vorbereiten kann oder wie sie sich im Notfall verhalten soll, kann viel zur Vermeidung oder Minderung von Schäden beitragen. Dazu kann NINA mit der Möglichkeit der schnellen Warnung einen entscheidenden Schritt beitragen. In einer modernen Informationsgesellschaft muss auch der Bevölkerungsschutz eine zeitgerechte, schnelle und angepasste Risiko- und Krisenkommunikation gewährleisten. Wir arbeiten ständig an Verbesserungen, wie man jetzt an der gerade veröffentlichten neuen Version der App sehen kann. Voraussetzung für eine schnelle Warnung ist und bleibt jedoch, dass die zuständigen Leitstellen an dieses System angeschlossen sind und es auch wirklich nutzen“, so Unger.

a_3 GeräteTechnischer Ausgangspunkt für NINA ist das modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS). Dieses wird vom BBK für bundesweite Warnungen des Zivilschutzes betrieben. Die Gefahrenmeldungen in NINA werden von unterschiedlichen Stellen des Katastrophenschutzes oder vom BBK herausgegeben. Das System ist dementsprechend für schnelle und unmittelbare Warnung für die Bevölkerung konzipiert. Das BBK stellt seit 2013 mit MoWaS die technische Infrastruktur zur Warnung der Bevölkerung auch für alle Lagezentren der Länder und viele bereits angeschlossene Leitstellen von Städten und Kommunen zur Verfügung. Damit könnte die App technisch auch bei Großveranstaltungen als Warn- und Informationsmedium genutzt werden, soweit die Lagezentren davon Gebrauch machen. Obwohl NINA nicht speziell für die Warnung vor Terrorgefahren entwickelt wurde, kann MoWaS und damit auch NINA dafür im Rahmen der jeweiligen Zuständigkeit genutzt werden. Jedes Landesinnenministerium und deren Redundanzstandorte verfügt über ein MoWaS Sende-/Empfangssystem.

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