Auch Regenbogenfamilien verdienen Förderung

140830-005-CSD_MuensterSeit dem 7. Januar 2016 können neben Ehepaaren auch unverheiratete verschiedengeschlechtliche Paare in einigen Bundesländern finanzielle Unterstützungen für reproduktionsmedizinische Behandlungen in Anspruch nehmen, die nicht von den Krankenkassen vollständig übernommen werden. Ermöglicht wird dies durch eine neue Richtlinie von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Das
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend möchte damit die Familienpolitik an den tatsächlich gelebten gesellschaftlichen Verhältnissen ausrichten.
Dieser Versuch ist jedoch nur zu einem Teil gelungen, erklärt der CSD Münster e. V. in seiner Pressemitteilung. Denn weiterhin werden die Änderungen auf heterosexuelle Paare begrenzt. Damit werden insbesondere lesbische Frauen, die in Lebenspartnerschaften oder dauerhaften Partnerschaften leben und gegenseitig Verantwortung übernehmen, weiterhin ausgeschlossen.
logo-ehefueralleVoraussetzung für die Unterstützung ist vor allem, dass die Partnerschaft durch ein auf längere Dauer angelegtes Zusammenleben geprägt ist und eine innere Bindung zum Ausdruck bringt. Diese Voraussetzungen erfüllen auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften und bieten damit die Grundlage für Kindeswohl und ein glückliches Familienleben.
Der CSD Münster e.V. fordert daher die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften und gleichgeschlechtlichen, auf Dauer gelebten Partnerschaften mit verschiedengeschlechtlichen Lebensformen. Diese Aufgabe richtet sich nicht allein an das Bundesfamilienministerium, sondern an die gesamte Bundesregierung. „Diese hat es bislang vermieden, gleichgeschlechtlichen Paaren, die eine Familie gründen wollen, den Weg zur Erfüllung ihres Wunsches zu erleichtern. Es gibt zu viele offene Fragen, die dringend eine rechtliche Antwort brauchen, wie etwa eine Reform des Abstammungsrechts in Bezug auf Regenbogenfamilien oder die Rechtsstellung von Samenspendern. Eine moderne Familienpolitik richtet sich auch an Regenbogenfamilien“, so der CSD Münster.
Gleichzeitig stellt er fest, dass in Nordrhein-Westfalen eine Förderung von Reproduktionsmaßnahmen nicht möglich sei, da ein entsprechendes Landesförderprogramm fehle, im Gegensatz zu Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin. Der Verein fordert daher die Landesregierung auf, ein solches Programm einzurichten und, auch auf Bundesebene, den Weg von gleichgeschlechtlichen Paaren zu einer Familie zu unterstützen.

 

Quelle: CSD Münster
Fotos: Andreas Krüskemper

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